đš Kommunikation ist lebenswichtig: In KatastrophenfĂ€llen fĂ€llt oft Internet und Mobilfunk aus.
Alternative Kommunikationswege sind essenziell fĂŒr Koordination und Rettung.
1. Das Kommunikationsproblem im Katastrophenfall
Typische AusfÀlle:
- Mobilfunknetz ĂŒberlastet: Alle rufen gleichzeitig an â Netz kollabiert
- Stromausfall: Funkmasten haben nur 2-4 Stunden Notstrom
- Internet aus: DSL/Kabel brauchen Strom, Router funktionieren nicht
- SturmschÀden: Masten umgeknickt, Leitungen gerissen
2. Ăberlebende Kommunikationswege
| Methode | Reichweite | Strombedarf | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Katastrophenradio (UKW) | Regional | Batterie/Kurbel | NINA, WDR, hr-info senden Warnungen |
| CB-Funk (27 MHz) | 5-20 km | 12V / Netz | Keine Lizenz nötig, 80 KanÀle |
| PMR-Funk (446 MHz) | 1-5 km | Batterie/AAA | Walkie-Talkie, 16 KanÀle, frei |
| Amateurfunk | Weltweit | 12V / Netz | Lizenz nötig, aber zuverlÀssigstes System |
| Messenger (Mesh) | 1-3 km | Smartphone-Akku | Bridgefy, Briar ohne Internet |
| SMS statt Anruf | NetzabhÀngig | Minimal | SMS brauchen weniger Bandbreite |
| Sirene / Trillerpfeife | 500m | Keiner | Alarmsignal, Standortmarkierung |
3. Katastrophenradio â Die Basis
Ein batteriebetriebenes UKW-Radio ist die wichtigste Kommunikationsquelle:
- Frequenzen speichern: WDR 2 (93,0 MHz), NDR Info (95,4 MHz), hr-info (94,9 MHz)
- Kurbelradio: Keine Batterie nötig, integrierte Taschenlampe + USB-Lader
- NINA-App: Warnmeldungen auch offline (Push-Benachrichtigungen)
- Radio auch nachts an: Wichtige Durchsagen kommen jederzeit
4. CB-Funk & PMR fĂŒr die Nachbarschaft
- CB-Funk: 27-MHz-Band, 80 KanĂ€le, bis 20km Reichweite. Keine Lizenz, keine GebĂŒhren.
- PMR446: 16 KanÀle, bis 5km. Kinderleichte Bedienung. 8 KanÀle sind "Standard", 8 digitale (besserer Klang).
- KanÀle abstimmen: Im Notfall: Kanal 9 (CB) oder Kanal 1 (PMR) als Treffpunkt
- Antenne erhöhen: Höher = weiter. Dachboden, Dach, Baum.
5. Amateurfunk â Die Königsdisziplin
Amateurfunk ("Ham Radio") ist das zuverlÀssigste Kommunikationsmittel in Katastrophen:
- Lizenz erforderlich: Kurs + PrĂŒfung (ca. 100-200âŹ, einmalig)
- Reichweite: Kurzwelle erreicht weltweit, UKW regional (30-100km)
- Notfunk: Amateurfunker koordinieren oft RettungseinsÀtze wenn alles ausfÀllt
- Club beitreten: Ărtliche Funkamateure kennenlernen, Erfahrung sammeln
- GerĂ€t: Baofeng UV-5R (ca. 30âŹ) â Einsteiger-HandfunkgerĂ€t
6. Messenger ohne Internet
- Bridgefy: Bluetooth-Mesh, 100m Reichweite, weiterleitet durch andere Nutzer
- Briar: Tor-Ă€hnlich, verschlĂŒsselt, auch ĂŒber Bluetooth/WLAN-Direct
- Manyverse: Dezentral, offline-fÀhig, peer-to-peer
7. Kommunikationsplan erstellen
- Familien-Treffpunkt festlegen: Wo treffen wir uns wenn alles ausfÀllt?
- Out-of-Area-Kontakt: Jemand auĂerhalb des Katastrophengebiets, der Nachrichten weiterleitet
- Kurze Nachrichten: "Sicher. Bei Oma. 14 Uhr." â Wenig Bandbreite, schnell verstĂ€ndlich
- Zeitfenster: TĂ€glich um 8:00 und 20:00 Funk-Kontakt (spart Energie)
- Code-Wörter: FĂŒr sensible Informationen (z.B. "Apfel" = Haus sicher)
8. Checkliste: Kommunikation
- â Kurbelradio (UKW, mit Taschenlampe + USB)
- â Batterie-Radio + Ersatzbatterien
- â CB-FunkgerĂ€t oder PMR-Walkie-Talkies (2+ StĂŒck)
- â Smartphone + Powerbank + Solarlader
- â NINA-App installiert & getestet
- â Wichtige Telefonnummern auf Papier (nicht nur im Handy!)
- â Trillerpfeife (Standortsignal)
- â Kommunikationsplan auf Papier