Die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) oder kardiopulmonale Reanimation (auch kardiopulmonale Wiederbelebung) soll einen Atem- und Kreislaufstillstand beenden und damit den unmittelbar drohenden Tod des Betroffenen abwenden. Andere Namen hierfĂŒr sind Wiederbelebung, Reanimation (eigentlich âWiederbeseelungâ, von lateinisch anima âSeeleâ) und englisch cardiopulmonary resuscitation (CPR). Bei einem Kreislaufstillstand ist es unerlĂ€sslich, schnell zu handeln: Bereits nach ungefĂ€hr drei Minuten wird das Gehirn nicht mehr genĂŒgend mit Sauerstoff versorgt, sodass dort irreversible SchĂ€den auftreten können.
Mit der Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff im Blut durch den Körper zirkulieren und so bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bzw. fachlicher Hilfe die Ăberlebenswahrscheinlichkeit / Neurologisches Outcome entscheidend erhöht werden. Auch ohne Ersthelferkenntnisse ist es dem medizinischen Laien so möglich, mittels der BasismaĂnahmen Leben zu retten oder zumindest zu verlĂ€ngern. Er soll zunĂ€chst prĂŒfen, ob die Person ansprechbar oder bewusstlos ist. Falls die Person nicht ansprechbar ist, muss der Notruf unter der europaweit gĂŒltigen Notrufnummer 112 gewĂ€hlt werden. Mit Hilfe des Notruf-Disponenten kann jetzt die Atmung geprĂŒft werden â parallel wird der Rettungsdienst bereits alarmiert und fĂ€hrt los â bei fehlender oder nicht normaler Atmung ist die Person âreanimationspflichtigâ. Auf einem nicht nachgebenden Untergrund muss jetzt mit Thoraxkompressionen begonnen werden. Dazu fest 100 bis 120 Mal pro Minute das Brustbein in der Mitte des Brustkorbs fĂŒnf bis sechs Zentimeter eindrĂŒcken und wieder komplett entlasten und nicht damit aufhören, bis Hilfe eintrifft und diese die Thoraxkompressionen ĂŒbernimmt.[1] Die Beatmung ist nicht die wichtigste MaĂnahme bei Menschen mit plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand. Zentral und effektiv ist die Herzdruckmassage. Nach Möglichkeit sollte sie durch eine Beatmung (z. B. Mund-zu-Mund-Beatmung) ergĂ€nzt werden. Bei Erwachsenen wird empfohlen, 30 Mal zu drĂŒcken und danach zweimal zu beatmen. Zur Findung des Rhythmus eignen sich Songs mit 100â120 BPM, wie z. B.[2] Stayinâ Alive oder Highway to Hell. In dieser Phase wird in der Regel eine Telefonreanimation durch den Disponenten der Notrufleitstelle durchgefĂŒhrt. Dabei werden Anrufer angeleitet, wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzufĂŒhren ist, unter anderem wird beim Halten des Takts geholfen.[3]
Sofern in der NĂ€he vorhanden, kann auch ein automatisierter externer Defibrillator (AED) eingesetzt werden. Erweiterte MaĂnahmen erfordern speziell ausgebildetes Personal mit entsprechenden Hilfsmitteln bzw. GerĂ€ten und werden von Mitarbeitern des Rettungsdienstes oder auch dem medizinischen Personal im Krankenhaus durchgefĂŒhrt. Dabei kommen die Gabe von Medikamenten, die Atemwegssicherung, professionelle Defibrillation und Ă€uĂere (transkutane) Herzschrittmacher zum Einsatz. Dennoch ist die Prognose wiederbelebter Patienten schlecht, die lĂ€ngerfristige Ăberlebensrate (Zeitpunkt der Krankenhausentlassung) liegt zwischen 3,1 und 35 Prozent, der europĂ€ische Durchschnitt liegt bei 7,5 %.[4]
Diesem Artikel liegen die Reanimationsrichtlinien des European Resuscitation Council (ERC) von 2025 zugrunde (Aktuelle Version: 2025[5]). Die praktische Umsetzung weicht in verschiedenen LĂ€ndern, medizinischen Institutionen und Hilfsorganisationen davon ab.
Ursachen und Formen des Kreislaufstillstandes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die hĂ€ufigste Ursache eines Kreislaufstillstandes ist in westlichen Industrienationen mit ĂŒber 80 % der plötzliche Herztod, bedingt durch Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen. In Deutschland sterben 80.000 bis 100.000 Menschen pro Jahr durch den plötzlichen Herztod, dies entspricht 250 FĂ€llen pro Tag. Weitere innere Erkrankungen wie Lungenerkrankungen (beispielsweise Lungenembolie), Erkrankungen des Gehirns (beispielsweise Schlaganfall) und andere haben einen Anteil von etwa 9 %. In weiteren 9 % sind Ă€uĂere Einwirkungen wie Unfall, Ersticken, Vergiftung, Ertrinken, Suizid oder Stromunfall die Ursache des Kreislaufstillstandes.[6]
Besonders fĂŒr die MaĂnahmen der erweiterten Therapie ist die Unterscheidung von hyperdynamen (defibrillierbaren, elektrisch aktiven, hypersystolischen) und hypodynamen (nicht-defibrillierbaren, elektrisch inaktiven, asystolischen) KreislaufstillstĂ€nden wichtig. Bei der hyperdynamen Form, die in ca. 20 % der FĂ€lle beim Auffinden des Patienten vorliegt[4.1], zeigen Muskel und Erregungsleitungssystem des Herzens eine AktivitĂ€t, die jedoch ungeordnet ist. Es findet keine koordinierte Herzarbeit und damit kein wesentlicher Auswurf von Blut in den Kreislauf mehr statt. Pulslose ventrikulĂ€re Tachykardie (ventricular tachycardia, VT), Kammerflattern und Kammerflimmern (ventricular fibrillation, VF) sind mögliche Ursachen dieser Art des Kreislaufstillstandes. Sie geht nach einigen Minuten unweigerlich in die hypodyname Form ĂŒber, bei der keine elektrische AktivitĂ€t mehr nachweisbar ist und die als Asystolie bezeichnet wird. Eine Sonderform ist die elektromechanische Entkoppelung (EMD) beziehungsweise pulslose elektrische AktivitĂ€t (PEA), bei der zwar eine geordnete elektrische AktivitĂ€t beobachtet wird, diese jedoch keine Auswurfleistung in Form einer Pulswelle mehr bewirkt.[7][8]
Die Datenlage ĂŒber die HĂ€ufigkeit von WiederbelebungsmaĂnahmen bei Kreislaufstillstand ist unvollstĂ€ndig. Die jĂ€hrliche Inzidenz der Reanimation bei auĂerklinischem Kreislaufstillstand lag in der EuReCa-3 Studie zwischen 31 und 243 pro 100.000 Einwohnern, im Durchschnitt jedoch bei 82 pro 100.000[4.2]. Die Rate der innerklinischen FĂ€lle variiert je nach Studie zwischen 1,5 und 2,8 pro 1.000 aufgenommenen Patienten.[4.3]
BasismaĂnahmen der Reanimation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ohne zusĂ€tzliche Hilfsmittel anwendbaren BasismaĂnahmen, in der internationalen Fachsprache auch als basic life support (BLS) bezeichnet, dienen der Aufrechterhaltung eines minimalen Kreislaufes im Körper des Patienten mittels Herzdruckmassage und Versorgung mit ausreichend oxygeniertem Blut durch Mund-zu-Mund-Beatmung oder Mund-zu-Nase-Beatmung (siehe Atemspende) bis zur Wiederherstellung einer normalen Blutzirkulation[9] bzw. zur ĂberbrĂŒckung der Zeit bis zur Anwendung erweiterter TherapiemaĂnahmen, ohne dass lebenswichtige Organe des Patienten irreversibel geschĂ€digt werden. Dies betrifft vor allem das Gehirn, welches durch Sauerstoffmangel schon nach wenigen Minuten SchĂ€den nimmt. Der durch die BasismaĂnahmen erzielbare Blutfluss entspricht bestenfalls etwa einem Drittel des gesunden Kreislaufes. Die BasismaĂnahmen können von einem oder auch zwei Helfern durchgefĂŒhrt werden. Das VerhĂ€ltnis von Herzdruckmassage zu Beatmung ist davon unabhĂ€ngig.[1]
Die BasismaĂnahmen (auch im Rahmen der Ersten Hilfe) lassen sich heute in drei einfache Schritte unterteilen:
- PrĂŒfen: PrĂŒfen, ob die womöglich bewusstlose Person reagiert (zunĂ€chst Ansprechen, SchĂŒtteln an der Schulter), ĂberprĂŒfen der Atmung: Keine oder keine normale Atmung (z. B. Schnappatmung, Röcheln)?
- Rufen: Um Hilfe rufen â umstehende Personen einbinden und einen Notruf durchfĂŒhren oder veranlassen
- DrĂŒcken: Fest und schnell (100 bis 120 Mal pro Minute) in die Mitte des Brustkorbes drĂŒcken (z. B. im Takt von Stayinâ Alive der Bee Gees oder der Telefonreanimation)
Wenn möglich sollte eine Mund-zu-Mund-Beatmung oder Mund-zu-Nase-Beatmung durchgefĂŒhrt werden: 30 Mal drĂŒcken und danach zweimal beatmen. Mit der Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff im Blut zirkulieren und das Gehirn mit Sauerstoff versorgen. Bis zur Ăbernahme durch Mitarbeiter des Rettungsdienstes kann die Ăberlebenswahrscheinlichkeit so entscheidend erhöht werden, denn bereits nach drei Minuten wird das Gehirn nicht mehr genĂŒgend mit Sauerstoff versorgt â es treten unwiderrufliche SchĂ€den auf.
Zunehmend stehen auch an zentralen Stellen in und an öffentlichen GebĂ€uden, speziell fĂŒr den Einsatz durch Ersthelfer konzipierte, Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) zur VerfĂŒgung. Diese fĂŒhren den ungeschulten Anwender mit Sprachanweisungen durch die Defibrillation und geben teilweise auch Anweisungen zur DurchfĂŒhrung von Herzdruckmassage und Beatmung. Die automatisierte Defibrillation, ursprĂŒnglich eine erweiterte MaĂnahme professioneller Helfer, wird somit inzwischen zu den BasismaĂnahmen der Reanimation gezĂ€hlt.[1.1] Der Einsatz von AEDs darf dabei allerdings nicht die DurchfĂŒhrung der Herzdruckmassage verzögern oder gar ersetzen.[1.2]
Zu den BasismaĂnahmen zĂ€hlt fĂŒr den Ersthelfer auch, mittels eines Notrufes unverzĂŒglich den Rettungsdienst anzufordern. Dieser fĂŒhrt die BasismaĂnahmen auf dieselbe Art durch, allerdings stehen technische Hilfsmittel wie beispielsweise ein manueller Defibrillator zur VerfĂŒgung. Hinzu kommen erweiterte MaĂnahmen zur Sicherung der Atemwege und somit der Sicherstellung der Beatmung zum Einsatz. Sauerstoff kann dem Patienten in hoher Konzentration zum Beispiel mittels eines Beatmungsbeutels oder eines BeatmungsgerĂ€tes ĂŒber einen Endotracheal- oder einen Extraglotischen Atemweg zur VerfĂŒgung gestellt werden. Dasselbe gilt fĂŒr Reanimationen in medizinischen Einrichtungen, die oft von âReanimationsteamsâ durchgefĂŒhrt werden.[3.1]
Jeder, der eine reglose Person auffindet, ist verpflichtet, nach bestem Wissen unverzĂŒglich mit lebensrettenden SofortmaĂnahmen zu beginnen, da er sich ansonsten in Deutschland der unterlassenen Hilfeleistung schuldig machen kann. Ausnahmen sind Körper, welche bereits eindeutige Todeszeichen aufweisen wie starke Anzeichen einer Verwesung oder Verletzungen, die mit dem Leben unvereinbar sind. Einmal begonnen, ist die Herz-Lungen-Wiederbelebung ohne Unterbrechung bis zur Ăbernahme (nicht nur bis zum âEintreffenâ!) von Hilfe fortzufĂŒhren.
Erkennen eines Kreislaufstillstandes, Freimachen der Atemwege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| verschlossene Atemwege | freie Atemwege |
| Atemwege am Kopfschnittmodell eines Erwachsenen, links vor, rechts nach Ăberstrecken des Halses | |
Um einen Kreislaufstillstand zu erkennen, werden die Vitalfunktionen Bewusstsein und Atmung des Patienten ĂŒberprĂŒft (auch als diagnostischer Block bezeichnet). Eine ĂberprĂŒfung der KreislauftĂ€tigkeit entfĂ€llt fĂŒr Laienhelfer, da bei Atemstillstand meist auch kein Kreislauf vorhanden ist und die ĂberprĂŒfung fĂŒr einen UngeĂŒbten nicht sicher durchfĂŒhrbar ist. Unter Beachtung der eigenen Sicherheit prĂŒfen Helfende die Reaktion des Patienten durch Ansprechen und SchĂŒtteln (z. B. an der Schulter) oder Zwicken.
In neutraler Kopfposition fĂ€llt beim liegenden Patienten die Zunge in den Rachenraum zurĂŒck und verlegt die Atemwege. Um eine ĂberprĂŒfung der Atmung oder eine Beatmung zu ermöglichen, muss daher der Kopf bzw. der Nacken ĂŒberstreckt werden (Lebensrettender Handgriff). Dies sollte, um die eventuell verletzte (Hals-)WirbelsĂ€ule zu schonen, durch Bewegung am Kinn und an der Stirn, jedoch nicht durch einen Griff in den Nacken erfolgen. ZusĂ€tzlich kann zum Lebensrettenden Handgriff auch der Esmarch-Handgriff angewendet werden, bei dem der nach hinten gefallene Unterkiefer nach vorne gezogen wird. Damit setzt eventuell wieder eine Eigenatmung des Betroffenen ein.
Im Anschluss wird die AtemtĂ€tigkeit fĂŒr 10 Sekunden geprĂŒft, indem auf das AtemgerĂ€usch gehört wird, die Ausatemluft an der eigenen Wange gefĂŒhlt wird und die Atembewegungen des Brustkorbes beobachtet wird. Findet sich beim Patienten keine ânormaleâ Atmung, beginnt der Ersthelfer mit den BasismaĂnahmen der Reanimation.[10]
In der Laienreanimation kommt es vor, dass irrtĂŒmlicherweise die Schnappatmung als nicht bedrohlicher Zustand wahrgenommen wird. Schnappatmung ist durch langsame, unregelmĂ€Ăige, oft gerĂ€uschvolle AtemzĂŒge erkennbar, der Kopf, Mund und Kehlkopf bewegen sich dabei oft auf unnatĂŒrlich anmutende Weise. Eine Person mit Schnappatmung muss reanimiert werden.
Ein normal atmender Patient wird in die stabile Seitenlage gebracht, die Atmung wird dabei weiter ĂŒberwacht, um ggf. auftretende AtemstillstĂ€nde oder einen Ăbergang in Schnappatmung frĂŒhzeitig zu erkennen und mit der Reanimation beginnen zu können. Besteht der Verdacht, dass Fremdkörper (Speisereste, Zahnprothesen, Kaugummi usw.) die Atemwege verlegen, wird bei Bewusstlosen mit der Reanimation begonnen, ohne es durch lĂ€nger dauernde Versuche der Fremdkörperentfernung zu einer Verzögerung kommen zu lassen[10.1]. Durch einige Thoraxkompressionen im Rahmen der Reanimation kann es dann zu einer Entfernung des Fremdkörpers aus dem Atemweg kommen.[11] Herausnehmbarer Zahnersatz wird, wenn möglich, vorher entfernt.
Ist ein Patient mit Fremdkörpern in den Atemwegen noch bei Bewusstsein, wird versucht, diese zunĂ€chst durch hustenauslösende, krĂ€ftige SchlĂ€ge zwischen die SchulterblĂ€tter, anschlieĂend durch wiederholten Druck auf den Oberbauch (Heimlich-Handgriff) zu entfernen.[10.1] Vom Heimlich-Handgriff wurde aufgrund der Verletzungsgefahr von Leber und Milz verschiedentlich abgeraten,[12] er ist bei akuter Erstickungsgefahr jedoch das Mittel der Wahl.[10.1]
Medizinisches Personal fĂŒhrt die ĂberprĂŒfung der Vitalfunktionen mit ausfĂŒhrlicheren MaĂnahmen durch. Vor der ĂberprĂŒfung der Atmung wird zusĂ€tzlich der Mundraum auf das Vorhandensein von Fremdkörpern oder Erbrochenem inspiziert. Diese werden gegebenenfalls entfernt. Dies kann mit Hilfe der Finger, einer Absaugpumpe oder einer Magill-Zange geschehen. WĂ€hrend der ĂberprĂŒfung der Atmung kann zusĂ€tzlich eine Kreislaufkontrolle erfolgen, sofern die Beurteilungszeit 10 Sekunden nicht ĂŒbersteigt. Dabei wird neben der Beachtung allgemeiner Lebenszeichen (Bewegung, Atmung oder Husten) von ausgebildetem Personal auch der Carotis- oder Femoralispuls getastet. Dies kann jedoch auch fĂŒr Erfahrene schwierig sein. Beim Eintreffen eines EKG/Defibrillator-GerĂ€tes wird der Herzrhythmus elektrokardiografisch analysiert. Die einzuleitenden MaĂnahmen unterscheiden sich nicht wesentlich von der DurchfĂŒhrung durch Laien.[10][1][13]
Herzdruckmassage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die EffektivitÀt der offenen bzw. direkten Herzmassage, erstmals von Moritz Schiff tierexperimentell gezeigt, wurde im Jahr 1900 von Jan Prus mit ausgedehnten Versuchsreihen an mit Chloroform zum Kreislaufstillstand mit Asystolie gebrachten Hunden bestÀtigt. Bei Kammerflimmern konnten um diese Zeit keine Erfolge gemeldet werden. Die erste erfolgreiche direkte Herzmassage am Menschen, zur Wiederbelebung einer 43-jÀhrigen Frau, erfolgte 1901 durch den Norweger Igelsrud. Die Patientin hatte am Ende einer Operation in Chloroformnarkose einen Herzstillstand erlitten.[14]
Um die Jahrhundertwende kam dann auch die Idee der Ă€uĂeren (externen) Herzmassage auf. Bereits im Jahr 1878 hatte R. Boehm an Katzen mit durch Chloroform erzeugtem Herzstillstand Versuche zur Ă€uĂeren bzw. indirekten Herzmassage durchgefĂŒhrt. Bei der (externen oder extrathorakalen) Herzdruckmassage (wiederholte Thoraxkompression), genannt auch Herzmassage (nicht zu verwechseln mit der von Max Joseph Oertel beschriebenen Herzmassage[15]), wird das Herz durch Druck auf das Brustbein in Richtung WirbelsĂ€ule gepresst. Dabei erhöht sich der Druck im Brustkorb und Blut wird aus dem Herzen in den Kreislauf ausgeworfen. In der darauf folgenden Entlastungsphase fĂŒllt sich das Herz erneut mit Blut. Als Ursache fĂŒr die Wirkung der Herzdruckmassage wurden sowohl die Kompression des Herzens durch den von auĂen ausgeĂŒbten Druck als auch dadurch verursachte Druckschwankungen im Brustkorbinneren (âThoraxpumpenmechanismusâ) angesehen.[16] Wichtig ist die Minimierung von Unterbrechungen (âNo-Flow-Timeâ) wĂ€hrend der Herzdruckmassage.
Als vorbereitende MaĂnahme wird der Patient flach in RĂŒckenlage auf eine harte FlĂ€che wie dem Boden oder ein Reanimationsbrett gelegt und sein Brustkorb freigemacht. Der Druckpunkt befindet sich in der Mitte des Brustkorbes auf dem Brustbein.
FĂŒr Erwachsene gilt: Das Brustbein wird 30 Mal in Folge kurz und krĂ€ftig mit den HĂ€nden[17] heruntergedrĂŒckt und anschlieĂend wird 2 Mal beatmet. Die Eindrucktiefe betrĂ€gt etwa fĂŒnf bis sechs Zentimeter. Zwischen zwei PumpstöĂen soll der Brustkorb wieder entlastet werden, damit sich das Herz ausreichend mit Blut fĂŒllen kann. Die angestrebte Frequenz der Herzdruckmassage liegt bei mindestens 100 und maximal 120 Kompressionen pro Minute. Die richtige Körperhaltung bei der (Ă€uĂeren) manuellen Herzdruckmassage erleichtert dem Helfer die Arbeit. Er kniet aufrecht neben dem Patienten, seine Schultern befinden sich senkrecht ĂŒber dem Brustbein des Patienten. Der Helfer drĂŒckt rhythmisch mit dem Gewicht seines Oberkörpers, wĂ€hrend seine Arme gestreckt und die Ellenbogen durchgedrĂŒckt sind. Seit den 1990er Jahren werden zur Herzdruckmassage auch zunehmend GerĂ€te mit frequenz- und stĂ€rkegesteuerten Kolben als mechanische Reanimationshilfen eingesetzt.[13.1] Bei SĂ€uglingen und Kleinkindern betrĂ€gt die Kompressionstiefe etwa ein Drittel der Brustkorbtiefe und zur Kompression werden nur die Daumen benutzt[18] (NĂ€heres siehe #Besonderheiten bei Neugeborenen, SĂ€uglingen und Kindern). Steht mehr als ein Helfer zur VerfĂŒgung, können Herzdruckmassage und Beatmung, sowie Defibrillator-Anwendung auf zwei Personen aufgeteilt werden.[1.2]
Bei der Herzdruckmassage kommt es hĂ€ufig, auch bei korrekter DurchfĂŒhrung, zu RippenbrĂŒchen bzw. zum AbreiĂen der Rippen am Brustbein. Diese sind hier als Nebeneffekt hinzunehmen. Daher sollte auch nach einem oder mehreren RippenbrĂŒche (âKnackenâ), die Herzdruckmassage weitergefĂŒhrt werden.[19]
Beatmung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Beatmung ohne weitere Hilfsmittel erfolgt als Mund-zu-Nase- oder Mund-zu-Mund-Beatmung (siehe Atemspende). Der Hals des Betroffenen wird dabei ĂŒberstreckt. Die Nase muss bei der Mund-zu-Mund-Beatmung, der Mund bei der Mund-zu-Nase-Beatmung, verschlossen werden. Das Volumen ist richtig gewĂ€hlt, wenn sich der Brustkorb sichtbar hebt[1.1]. Die Beatmungsphase sollte etwa eine Sekunde betragen; die Beatmung wird im 30:2 Rhythmus so lange wiederholt, bis die Person wieder von selbst atmet oder der Rettungsdienst eintrifft. Um die Hygiene zu verbessern und eventuell vorhandenen Ekel zu ĂŒberwinden, gibt es verschiedene Beatmungshilfen wie Beatmungsfolien mit einem Filter und verschiedene Arten von Taschenmasken, deren Einsatz allerdings Ăbung erfordert. Wenn der Verdacht einer Vergiftung mit Kontaktgiften (beispielsweise Pflanzenschutzmitteln wie Parathion) besteht, sollte auf die Atemspende verzichtet werden. Wenn ein Helfer sich eine Beatmung nicht zutraut, ist eine ununterbrochene Herzdruckmassage fĂŒr diesen eine akzeptable Alternative.[20][1.1]
Entsprechend ausgestattete und ausgebildete Helfer verwenden zur Beatmung einen Beatmungsbeutel, oft mit Gesichtsmaske in Verbindung mit einem Guedel-Tubus/Wendl-Tubus, Larynxtubus/Larynxmaske oder einem Endotrachealtubus. Die Atemluft lÀsst sich dabei zusÀtzlich mit Sauerstoff anreichern, wobei durch entsprechende Sauerstoffflusseinstellung und Verwendung eines Sauerstoffreservoirs bzw. Demandventils Konzentrationen von fast 100 % erreicht werden können.[13.2] Nachdem der Atemweg durch eine Larynxmaske, einen Larynxtubus oder einen Endotrachealtubus gesichert wurde, soll auf eine kontinuierliche Beatmung (10/min) und kontinuierliche Thoraxkompressionen gewechselt werden.[13.2]
Erweiterte MaĂnahmen der Reanimation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach erfolgter DurchfĂŒhrung der BasismaĂnahmen sollten schnellstmöglich erweiterte MaĂnahmen durchgefĂŒhrt werden. Ziel der erweiterten MaĂnahmen, auch als advanced life support (ALS, Begriff des European Resuscitation Council) oder advanced cardiac life support (ACLS, Bezeichnung der American Heart Association) bezeichnet, ist die Wiederherstellung eines physiologischen Herzrhythmus des Patienten. Dazu gehören die Atemwegssicherung mittels Intubation oder extraglotischem Atemweg, Anlage eines Zuganges zur Verabreichung von FlĂŒssigkeiten und Medikamenten, die medikamentöse Basistherapie sowie die Therapie reversibler Ursachen des Kreislaufstillstandes. Zur Diagnostik im Rahmen der erweiterten MaĂnahmen gehört ein EKG-Monitoring[13] und das PrĂŒfen der Kreislauffunktion, insbesondere durch Pulskontrollen. Bei der Therapie wird zudem, wie bereits beschrieben, zwischen defibrillierbaren und nicht-defibrillierbaren Formen des Kreislaufstillstandes unterschieden. Bei einem defibrillierbaren Rhythmus, meist Kammerflimmern, hat die schnelle Anwendung von elektrischem Strom mittels eines Defibrillators oberste PrioritĂ€t; gegebenenfalls (bei einem langsamen Grundrhythmus) ist auch eine (transthorakale bzw. externe) Schrittmachertherapie mit entsprechenden Klebeelektroden sinnvoll.
Der Ablauf der MaĂnahmen wird in den Leitlinien des ERC beschrieben, zusĂ€tzlich werden sogenannte SOP anhand der Leitlinien erarbeitet. Beispielsweise die SAA und BPR der 6-LĂ€nderarbeitsgruppe fĂŒr den Rettungsdienst.[21]
Defibrillation und Schrittmachertherapie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Defibrillation ist bei Kammerflimmern, Kammerflattern und pulsloser ventrikulĂ€rer Tachykardie das Mittel der Wahl, bei Asystolie jedoch nicht angezeigt. Bei Defibrillatoren mit monophasischem Impuls wird ein Schock von 360 Joule appliziert, bei solchen mit biphasischem Schockverlauf 150â200 Joule beim ersten, 200â360 bei allen weiteren Schocks. Durch diesen StromstoĂ kann die ungeordnete elektrische AktivitĂ€t des Herzmuskels durchbrochen und ein Neustart mit regulĂ€rem Rhythmus ermöglicht werden. Direkt nach jeder Defibrillation wird zunĂ€chst mit Herzdruckmassage und Beatmung fĂŒr zwei Minuten fortgefahren. Erst dann wird eine erneute Rhythmus- und Pulskontrolle durchgefĂŒhrt, denn sollte die Defibrillation den Herzrhythmus erfolgreich wiederhergestellt haben, ist die anfĂ€ngliche Auswurfsleistung zu gering, um eine ausreichende Perfusion sicherzustellen. Bei persistierenden schockbaren Rhythmen soll nach der dritten erfolglosen Defibrillation ein âVector Changeâ durchgefĂŒhrt werden. Dabei wird zusĂ€tzlich zum normalen anterior-lateral geklebten Paar ein weiteres in z. B. anterior-posteriorer Position geklebt. Dies stellt ein recht neues Vorgehen dar und ist noch nicht flĂ€chendeckend umgesetzt, im Verlauf des Jahres 2026 bzw. mit der Neuveröffentlichung entsprechender SOPs wird sich dies vermutlich Ă€ndern. Die âDual (double) sequential defibrillationâ mittels eines weiteren Defibrillators wird fĂŒr die routinemĂ€Ăige Anwendung nicht empfohlen. Hintergrund ist die fehlende bzw. schlechte Studienlage und schwierige Umsetzbarkeit insbesondere im Bezug auf die Medizinproduktesicherheit.[13.3]
Bei höhergradigen AV-Blocks oder bei Asystolie mit P-Wellen im EKG kann der Einsatz eines transkutanen Schrittmachers erwogen werden.[13.4]
Eine Entwicklung der letzten Jahre ist die zunehmende Verbreitung von automatisierten Defibrillatoren an öffentlichen PlĂ€tzen. Diese automatisierten externen Defibrillatoren (AED) verfĂŒgen ĂŒber eine automatisierte Rhythmuserkennung und ermöglichen mittels akustischer Anleitung auch dem Ersthelfer, eine Defibrillation durchzufĂŒhren. Das GerĂ€t diagnostiziert selbststĂ€ndig das vorliegende Problem und gibt dem Anwender genaue Anweisungen. Ist eine Defibrillation notwendig, braucht der Helfer nur der Ansage folgend den Auslöseknopf zu drĂŒcken.[1.1]
FĂŒr medizinische FachkrĂ€fte die den ALS-Algorithmus nutzen, werden manuelle Defibrillatoren empfohlen, Hintergrund ist die VerkĂŒrzung der No-Flow-Zeiten auf ein Minimum (je unter 5 Sekunden). FĂŒr trainierte Teams wird âPrechargingâ empfohlen - dabei wird der Defibrillator in Antizipation der Rhythmuskontrolle aufgeladen - wĂ€hrend der Rhythmuskontrolle und dem Personalwechsel kann dann sofort defibrilliert werden. Folge sind weniger Unterbrechungen der Thoraxkompressionen, ein VerlĂ€ngern der Unterbrechung muss verhindert werden. In den 2025er Leitlinien schĂ€tzt der ERC die Studienlage hierzu noch zu gering, aber tendenziell positiv und signifikante negative Aspekte sind nicht ersichtlich ein.[13.5]
Atemwegssicherung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die endotracheale Intubation gilt als Goldstandard der Atemwegssicherung. Dabei wird ein Tubus durch Mund oder Nase zwischen den Stimmlippen des Kehlkopfes (Larynx) hindurch in die Luftröhre (Trachea) geschoben. Vorteile der Intubation sind Schutz vor Aspiration von Mageninhalt und die Möglichkeit der kontrollierten manuellen oder maschinellen Beatmung. Da die endotracheale Intubation einen erhöhten Schwierigkeitsgrad aufweist, wird diese von Leitlinien nicht als regelhaft anzuwendende first line Treatment Option genannt. Stattdessen wird der Einsatz von supraglotischen Atemwegen empfohlen.[13.6] Hintergrund sind Studien, die bessere First-pass-success-Raten und keine schlechteren Outcomes gefunden haben. Im Verlauf der Behandlung kann eine effiziente Umintubation erfolgen.
Bei Krankheitsbildern, die entweder die (oberen) Atemwege zuschwellen lassen oder anderweitig komprimieren, sowie bei denen hohe BeatmungsdrĂŒcke zu erwarten sind, empfiehlt sich initial die Endotrachealeintubation.[22]
FĂŒr die Atemwegssicherung sollte die Herz-Lungen-Wiederbelebung nicht oder nur kurz unterbrochen werden. Ein Intubationsversuch soll nicht lĂ€nger als 5 Sekunden dauern. Die korrekte Lage des Tubus muss durch die Bewertung der Messung von Kohlenstoffdioxid (CO2) mittels Kapnometrie in der ausgeatmeten Luft ĂŒberprĂŒft werden. Die Kapnometrie gibt auch Hinweise auf eine effizient durchgefĂŒhrte Herzdruckmassage.[13.7] Nach erfolgreicher Atemwegssicherung wird die Herzdruckmassage und Beatmung kontinuierlich fortgefĂŒhrt, dabei wird eine Atemfrequenz von 10/min angestrebt[13.2]. Gegebenenfalls unter Erhalt eines positiven Atemwegdrucks am Ende der Ausatmungsphase, dem PEEP[23][24]. Die ERC-Guidelines empfehlen aktuell lediglich im Fall einer maschinellen Beatmung die Verwendung eines PEEP.[13]
Medikamente
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Medikamentengabe erfolgt â abgesehen vom Sauerstoff â bevorzugt intravenös, da dieser Zugang schnell zu erreichen und sicher ist. Eine Alternative ist die Gabe ĂŒber einen intraossĂ€ren Zugang durch Punktion des Knochenmarks, die oft bei kleinen Kindern angewandt wird. Eine Gabe von Medikamenten durch den Tubus (endobronchiale Applikation) wird im Allgemeinen nicht empfohlen, da eine sichere Resorption nicht gewĂ€hrleistet ist und der Plasmaspiegel des Medikaments nicht vorhersagbar ist. Eine intrakardiale Gabe direkt in das Herz wird nicht mehr durchgefĂŒhrt.
Adrenalin ist das Standardmedikament der Reanimation. Es wird aufgrund seiner α-adrenergen vasokonstriktorischen Eigenschaften gegeben, die zu einer Verengung der peripheren BlutgefĂ€Ăe fĂŒhren, was durch eine Erhöhung des peripheren Widerstandes die Durchblutung von Herz und Gehirn verbessert (bei Erwachsenen 1 mg, bei Kindern 10 ”g/kg, alle drei bis fĂŒnf Minuten).[13]
Bei anhaltendem Kammerflimmern oder Kammertachykardie und nach dreimaliger erfolgloser Defibrillation wird das Antiarrhythmikum Amiodaron gegeben. Nach der fĂŒnften erfolglosen Defibrillation erfolgt eine zweite Antiarrhythmikumgabe. Amiodaron hat das zuvor ĂŒbliche Lidocain abgelöst, die Medikamente werden aber immer noch als gleichwertig beurteilt.[13.8][25] Nach der fĂŒnften frustranen Defibrillation bzw. der zweiten Amiodaron Gabe kann zusĂ€tzlich eine 50 mg Lidocain Gabe durchgefĂŒhrt werden.[13.9]
Eine am 5. Mai 2016 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass auch Amiodaron beim Kammerflimmern wirkungslos ist.[26]
| Amiodaron | Amiodaron (Kind) | Lidocain | Lidocain (Kind) | |
|---|---|---|---|---|
| Nach 3 erfolglosen Defibrillationen | 300 mg | 5 mg/kgKG | 100 mg | 1 mg/kgKG |
| Nach 5 erfolglosen Defibrillationen | 150 mg | 5 mg/kgKG | 50 mg | 0,5 mg/kgKG |
FĂŒr die Kinderdosierungen gilt die regulĂ€re Erwachsenendosis jeweils als maximal Dosis.[18]
Thrombolytika sollte nur im Fall einer vermuteten oder bestĂ€tigten Lungenembolie verabreicht werden, anschlieĂend soll die Reanimation fĂŒr min. 60â90 Minuten fortgesetzt werden.[13.2] Bei anderen vermuteten Ursachen fĂ€llt die Risiko-Nutzen-AbwĂ€gung negativ aus bzw. es besteht keine Indikation zur Gabe von Thrombolytika. Das Risiko fĂŒr Blutungen fĂ€llt sehr groĂ aus.
Natriumbicarbonat wird bei der auĂerklinischen Reanimation nur noch im Rahmen von schwersten HyperkaliĂ€mien und Intoxikationen mit trizyklischen Antidepressiva in geringer Dosierung empfohlen.[13]
Bei traumatologisch bedingten Reanimationen kann TranexamsÀure (TXA) als Mittel zur Blutungskontrolle eingesetzt werden.[27]
Bei speziellen Rhythmusstörungen kann weiterhin die Gabe von Magnesiumsulfat in Betracht kommen[13].
Im Falle eine Anaphylaxie soll laut ERC der normale ALS-Algorithmus verwendet werden.[27.1] Laut AMAX4 Protokoll wird ein angepasstes Vorgehen fĂŒr Anaphylaxie und Asthma empfohlen.[22]
| A | Adrenalin | alle 2â3 min 1 mg i.v. Bolus / 5 ”g/kgKG/min i.v. kontinuierlich | Bei kontinuierlicher Gabe titrieren (±) |
| M | Muskelrelaxanz | Nutze Muskelrelaxanz fĂŒr den Intubationsversuch | Nutze die besten Intubationsmöglichkeiten, bei Versagen => Koniotomie |
| A | Airway - ETT | Nutze einen Endotrachealtubus mit Cuff | Antizipiere hohe BeatmungsdrĂŒcke - nutze kleine Tidalvolumen. LMA durch die hohen DrĂŒcke und Schwellungen verm. nicht effektiv |
| X | oXygenate | - 100% oXygen, lange Expiration, kein PEEP
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| 4 | 4 Minutes | Intubation/Koniotomie innerhalb von max. 4 Min. | Nach 4 Minuten treten HypoxischehirnschÀden auf |
Kausale Behandlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben den ReanimationsmaĂnahmen, die eine symptomatische Therapie darstellen, muss auch versucht werden, die reversiblen Ursachen des Kreislaufstillstandes zu diagnostizieren und ursĂ€chlich zu behandeln (kausale Therapie). Zu den reversiblen Ursachen â auch die â4H + HITSâ genannt â zĂ€hlen eine ungenĂŒgende Sauerstoffversorgung des Patienten (Hypoxie), ein Mangel an Blutvolumen (HypovolĂ€mie bzw. hypovolĂ€mischer Schock), UnterkĂŒhlung (Hypothermie) und metabolische Störungen, insbesondere zu viel oder zu wenig Kalium (HyperkaliĂ€mie oder HypokaliĂ€mie) in Blut. Als weitere kurzfristig im Rahmen einer Reanimation therapierbare Ursachen gelten eine Herzbeuteltamponade, Vergiftung (Intoxikation), Thromboembolien (Herzkranz- oder LungengefĂ€Ăe) sowie ein Spannungspneumothorax.[13][27]
Zu den möglichen, daraus abgeleiteten MaĂnahmen zĂ€hlen der Einsatz von Thrombolytika bei einer Lungenembolie, die Behandlung eines akuten Blutverlustes durch Infusionstherapie, weiterhin die Korrektur von Elektrolytstörungen, das AufwĂ€rmen von unterkĂŒhlten Patienten, die Verabreichung von Antidoten bei Vergiftungen, die Entlastung eines Spannungspneumothorax sowie die Therapie weiterer spezieller Krankheitsbilder wie akuter obstruktiver Atemwegserkrankungen (Asthma-Anfall) oder Anaphylaxien. Die MaĂnahmen werden in der Postreanimationsphase (s. u.) fortgesetzt.[13][27]
Besonderheiten bei Neugeborenen, SĂ€uglingen und Kindern
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kinder sind keine kleinen Erwachsenen; daher gilt es bei der Reanimation einige Besonderheiten zu beachten. Es wird zwischen Neugeborenen (Kinder bis zum 28. Lebenstag), SÀuglingen (bis etwa 12 Monate) und Àlteren Kindern (ab etwa 12 Monate bis zum Erreichen der PubertÀt, wobei Kinder etwa ab dem 13. Lebensjahr[18.1] wie Erwachsene behandelt werden) unterschieden.
WĂ€hrend bei Erwachsenen KreislaufstillstĂ€nde meist kardial bedingt sind, ist bei SĂ€uglingen und Kindern hĂ€ufig eine Störung der Atmung ursĂ€chlich fĂŒr eine (bereits bei einer Herzfrequenz von unter 60 pro Minute) bedrohliche Verlangsamung des Herzschlags sowie den Kreislaufstillstand (âsekundĂ€rer Herzstillstandâ).[28] Aus diesem Grund werden bei Kindern vor Beginn der Herzdruckmassage zunĂ€chst fĂŒnf initiale AtemhĂŒbe hintereinander gegeben. Der neonatale Herz-Kreislauf-Stillstand ist in der Regel durch eine Asphyxie bedingt. Als eine weitere Besonderheit wird zur Beatmung speziell bei SĂ€uglingen der Kopf nicht ĂŒberstreckt, sondern nahezu in der Neutralposition belassen (âSchnĂŒffelstellungâ). Die Beatmung erfolgt wegen der KörpergröĂe der Patienten bei Neugeborenen (mit eventuell noch nicht vollstĂ€ndig entfalteter Lunge) und SĂ€uglingen ĂŒber Mund und Nase gleichzeitig (Mund zu Mund und Nase).
Zur DurchfĂŒhrung der Herzdruckmassage wird bei Kindern nur ein Handballen benutzt. FĂŒr SĂ€uglinge verwendet man zwei Finger oder umfasst den Brustkorb mit beiden HĂ€nden und drĂŒckt ihn (bei Zusammenarbeit von zwei Helfern) mit den Daumen ein. Die Drucktiefe sollte etwa 1/3 des Brustkorbdurchmessers betragen. Die Abfolge nach den fĂŒnf initialen AtemhĂŒben betrĂ€gt fĂŒr den Ersthelfer â wie beim Erwachsenen â 30 Herzdruckmassagen zu zwei Beatmungen; fĂŒr medizinisches Personal gilt ein DruckverhĂ€ltnis von 15:2, wenn mehrere Helfer anwesend sind. Bei Neugeborenen, die zudem vor WĂ€rmeverlusten geschĂŒtzt werden mĂŒssen, wird ein VerhĂ€ltnis von 3:1 eingesetzt.[18][29]
Prinzipiell erfolgt die DurchfĂŒhrung der Herz-Lungen-Wiederbelebung wie beim Erwachsenen und wird lediglich dem Körperbau von Kindern und SĂ€uglingen angepasst. Im Zweifelsfall ist nach dem Schema fĂŒr Erwachsene zu verfahren, da, wie die Richtlinien ausdrĂŒcklich betonen, das zeitige Beginnen von MaĂnahmen wichtiger ist als eine an das Alter angepasste DurchfĂŒhrung.[18]
Beim Einsatz eines automatischen externen Defibrillators (AED) werden nach Möglichkeit Kinderelektroden verwendet werden. Bei Kindern unter einem Jahr sollte kein AED verwendet werden. Erweiterte MaĂnahmen verlaufen entsprechend der DurchfĂŒhrung beim Erwachsenen in angepasster Form. Da es bei Kindern oft schwierig ist, einen venösen Zugang zu finden, wird alternativ eine intraossĂ€re Punktion durchgefĂŒhrt.[18.2]
Postreanimationsphase
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Versorgungsphase nach einer erfolgreichen Reanimation (Postreanimationsphase, englisch post-resuscitation care) beginnt mit dem Wiedereinsetzen eines spontanen Kreislaufes (englisch return of spontaneous circulation (ROSC)). Dieser wird in der Regel im Rahmen einer Rhythmusanalyse erkannt. Darauf folgt ein vollstĂ€ndiges ABCDE-Reassessment. Neben dem Airway & Breathing liegt hier ein besonderer Fokus auf Circulation. Dazu wird möglichst schnell ein 12-Kanal-EKG geschrieben und der vorhandene Kreislauf versucht aufrechtzuhalten. Nach der weiteren prĂ€klinische Stabilisierung, folgt der Transport in ein geeignetes Zentrum sowie eine erweiterte intensivmedizinische Behandlung und Ăberwachung. Die MaĂnahmen in dieser Phase beeinflussen die Prognose signifikant.[13][30]
Im Vordergrund stehen in dieser Phase kausale TherapiemaĂnahmen wie z. B. eine Reperfusionstherapie nach Herzinfarkt oder die operative Versorgung von Verletzungen. Daneben erfolgt die symptomatische Behandlung von Atmungs- und Herz-Kreislauffunktion, um eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff, insbesondere des Gehirns, sicherzustellen. Dazu ist unter UmstĂ€nden eine Beatmungstherapie unter Sedierung, eine Schrittmachertherapie sowie der vielfĂ€ltige Einsatz von Medikamenten notwendig, u. a. um mit Katecholaminen einen ausreichenden organversorgenden Blutdruck sicherzustellen oder KrĂ€mpfe und Myoklonien zu behandeln. Daneben werden weitere wichtige Körperparameter ĂŒberwacht und Störungen gegebenenfalls behandelt. Hervorgehoben werden kann hier unter anderem der Blutzucker, stellt eine korrekte Einstellung doch unabhĂ€ngig von der Grunderkrankung einen wichtigen Ăberlebensvorteil dar.[31]
Zur Minderung des zerebralen Schadens wurde 2010 fĂŒr bewusstlose Erwachsene mit einer ĂŒberlebten Reanimation eine AbkĂŒhlung auf 32â34 °C fĂŒr 12 bis 24 Stunden empfohlen (milde therapeutische Hypothermie, MTH).[31] Dieses in den internationalen Leitlinien zur Reanimation von erwachsenen Patienten aufgenommene Verfahren wird in den 2025 veröffentlichten Versionen nicht mehr explizit empfohlen. Hintergrund sind die bisher fehlenden qualitativ hochwertigen und quantitativ ausreichend ausgelegten Studien, die ein verbessertes neurologisches Outcome bestĂ€tigen. Es gibt jedoch trotzdem einige âGood practiceâ Empfehlungen zum Temperaturmanagement, in der aktuellen ERC Post-ROSC Care Leitlinie.
Das Erreichen einer SauerstoffsĂ€ttigung gröĂer als 96 % scheint nicht indiziert, da eine HyperoxĂ€mie in der Postreanimationsphase oxidativen Stress erzeugt und somit postischĂ€misch Neurone schĂ€digen kann. Tierexperimentelle Untersuchungen zeigten, dass sich das neurologische Outcome verbessert, wenn in der ersten Stunde nach ROSC die Sauerstoffgabe auf eine Ziel-SauerstoffsĂ€ttigung von 94â96 % ausgerichtet wird, der Patient also kontrolliert reoxygeniert wird.[32]
Sollten die Patienten lĂ€ngerfristig (>5 Tage) kĂŒnstlich beatmet werden mĂŒssen, ist eine kĂŒnstliche ErnĂ€hrung ĂŒber den Magen-Darm-Trakt oder venös sinnvoll.[33]
Prognose
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ăberlebensraten bei einem Kreislaufstillstand hĂ€ngen von vielen Faktoren ab. Die zugrunde liegende Ursache, Alter und Vorerkrankungen des Betroffenen wie auch der Zeitpunkt bis zur Einleitung von ReanimationsmaĂnahmen sind unter anderem fĂŒr diese Rate entscheidend, weswegen allgemeine Aussagen zur Prognose schwierig sind. Die langfristige Prognose nach einer primĂ€r erfolgreichen Reanimation wird von der Grunderkrankung bestimmt.
Von den menschlichen Organen reagieren die Nervenzellen des Gehirns am empfindlichsten auf Sauerstoffmangel. Schon drei Minuten nach Beginn des Kreislaufstillstands besteht die Gefahr von bleibenden HirnschĂ€den. Deshalb sind neben dem Ăberleben die neurologischen FolgeschĂ€den ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Wiederbelebung. Eine Vielzahl von Patienten, die einen Kreislaufstillstand ĂŒberlebt haben, trĂ€gt solche SchĂ€den davon. Voraussagen ĂŒber neurologische SchĂ€den nach ĂŒberlebtem Kreislaufstillstand sind schwer zu treffen. VerlĂ€ssliche diagnostische Verfahren gibt es nicht. Mit EinschrĂ€nkungen weisen eine hohe Serumkonzentration der neuronenspezifischen Enolase (NSE) und der S-100-Proteine auf ein schlechteres Outcome hin.[31]
Die Zeit, die bis zum Beginn von ReanimationsmaĂnahmen vergeht, ist der wichtigste der die Prognose beeinflussenden Faktoren. Pro Minute, die bis zum Beginn der Herz-Lungen-Wiederbelebung verstreicht, verringert sich die Ăberlebenswahrscheinlichkeit des Patienten um etwa 10 %. So sind bei Herzdruckmassage mit Beatmung und einer Defibrillation innerhalb der ersten drei bis fĂŒnf Minuten Ăberlebensraten von 50â75 % ohne bleibende ZellschĂ€den möglich, die danach stark abfallen â nach vier Minuten auf unter 30 %. Unwiderrufliche ZellschĂ€den und somit auch der biologische Tod treten erst fĂŒnf Minuten (bei UnterkĂŒhlung auch lĂ€ngere Zeit) nach dem sogenannten klinischen Tod auf.[34] Da in den europĂ€ischen LĂ€ndern die Frist bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes meist bei acht Minuten oder mehr liegt, sind die MaĂnahmen von anwesenden Laien fĂŒr das Ăberleben des Patienten entscheidend. Ein schneller Beginn von BasismaĂnahmen mit schnellem Notruf und erweiterten MaĂnahmen, insbesondere FrĂŒhdefibrillation, verdoppeln bis verdreifachen insgesamt die Ăberlebensquote, bei Erwachsenen und Kindern.[7][35]
Die Ursache des Kreislaufstillstandes ist ein wichtiger prognostischer Faktor. In einer Untersuchung der ĂŒber 21.000 in Schottland 1991â1998 auĂerhalb des Krankenhauses aufgetretenen FĂ€lle eines Kreislaufstillstands waren etwa vier FĂŒnftel kardialer Ursache; hiervon ĂŒberlebten bis zur Entlassung etwa 7 %, ein Jahr danach lebten noch 6 %. DemgegenĂŒber betrug die Ăberlebensrate ungefĂ€hr 2 % fĂŒr das ĂŒbrige FĂŒnftel nicht-kardialer Ursache.[6] Reanimationen bei KreislaufstillstĂ€nden, die durch Traumata verursacht sind, haben eine besonders schlechte Erfolgsquote. Die weitaus meisten Ăberlebenden dieser Gruppe tragen HirnschĂ€den davon (> 98 %). Besser ist die Prognose bei UnterkĂŒhlung und ErtrinkungsunfĂ€llen.[31]
Ethische, rechtliche und psychische Aspekte
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âThere remains a widespread divergence of views on ethical aspects of resuscitation with the countries of Europe that are largely unpredictable according to commonly perceived national characteristics. [âŠ] For many ethical questions there can be no clear and correct didactic answers.â
âIn vielen ethischen Aspekten der Reanimation herrscht ein weites Spektrum an Sichtweisen in Europa, die groĂteils nicht durch vermeintliche nationale Eigenheiten erklĂ€rbar sind. [âŠ] FĂŒr viele ethische Fragen kann es deshalb keine eindeutigen und richtigen Antworten geben.â[36]
Bei einem Kreislaufstillstand stellt sich unweigerlich die Frage nach dem Sinn von ReanimationsmaĂnahmen und deren Abbruch.[37] Diese Entscheidungen werden durch individuelle, international und lokal kulturelle, rechtliche, traditionelle, religiöse, soziale und ökonomische Faktoren beeinflusst.[36][38] Sie ist neben vielen anderen Fragen Thema der Medizinethik bzw. der Ethik allgemein.
An eine PatientenverfĂŒgung, in der die Unterlassung von WiederbelebungsmaĂnahmen formuliert sein kann, ist der behandelnde Arzt gebunden. (Auch in Deutschland werden in diesem Kontext gelegentlich englische Formulierungen wie Do Not Resucitate, DNR und Do Not Intubate, DNI verwendet).[39] Derartige WillensĂ€uĂerungen eines Patienten werden in der Regel berĂŒcksichtigt, wenn die PatientenverfĂŒgung bekannt ist und Anweisungen fĂŒr die tatsĂ€chlich eingetretene Situation enthĂ€lt. Im prĂ€klinischen Bereich jedoch ist eine PrĂŒfung unter dem situationsbedingten Zeitdruck oft schwierig bis unmöglich, so dass trotz einer VerfĂŒgung eine Reanimation begonnen wird. In der Haltung des medizinischen Personals zu schriftlichen VorausverfĂŒgungen gibt es international erhebliche Abweichungen. Das Gleiche gilt auch fĂŒr gesetzliche Regelungen zur Verbindlichkeit solcher PatientenverfĂŒgungen.
Neben dem Beginn von ReanimationsmaĂnahmen wird auch deren Beendigung kontrovers diskutiert. Eindeutige Zeichen, die mit einem möglichen Erfolg oder Misserfolg einer Wiederbelebung korrelieren, sind bisher in keiner Studie eindeutig belegt worden. Sind die therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft, dauert eine erfolglose Reanimation lange an oder sind keine Aussichten auf ein akzeptables Ăberleben gegeben, kann der behandelnde Arzt die MaĂnahmen beenden.[40] Allgemeine Entscheidungsregeln zu dieser, die VerlĂ€ngerung des Sterbestadiums eines Menschen lediglich vermeidenden, in den meisten LĂ€ndern legalen passiven Sterbehilfe beim Abbruch der MaĂnahmen (bzw. Therapieverzicht[41][42]) sowie auch zur Beendigung der Behandlung im persistierenden vegetativen Zustand nach einer Reanimation kann es nicht geben. Vor allem in den LĂ€ndern des angelsĂ€chsischen Sprachraums wird die Entscheidung zur Nicht-Aufnahme oder Beendigung der Wiederbelebung durch nichtĂ€rztliches Personal getroffen.[43] Diese Vorgangsweise wird in anderen LĂ€ndern strikt abgelehnt.
Sehr unterschiedliche Sichtweisen gibt es bei der Frage der Forschung und Ausbildung an gerade Gestorbenen.[44] Insbesondere im islamisch geprÀgten Kulturkreis, zunehmend aber auch in westlichen Staaten, insbesondere in den USA, wird dies abgelehnt. Verschiedene Fachgesellschaften sehen die Zukunft der Forschung in diesem Bereich durch die zunehmend striktere Gesetzgebung in vielen LÀndern gefÀhrdet.
Das Konzept der Anwesenheit von Angehörigen wĂ€hrend der Reanimation entstand in den 1980er Jahren. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass es zur BewĂ€ltigung dieses belastenden Ereignisses beitragen kann. Dieses Vorgehen ist in vielen europĂ€ischen LĂ€ndern dabei, akzeptierte Praxis zu werden.[45][46] Eine wichtige Entwicklung ist die UnterstĂŒtzung von traumatisierten Angehörigen nach erfolgloser Reanimation durch Kriseninterventionsteams.
Auch fĂŒr Ărzte und Mitarbeiter des Rettungsdienstes stellt eine Reanimation einen psychisch belastenden Einsatz dar. In besonderem MaĂe betrifft dies die Wiederbelebung von Kindern. Mögliche Folge bei diesen Berufsgruppen ist die Ausbildung von posttraumatischen Belastungsstörungen und Burnout-Syndrom. Parallel zur Krisenintervention bei Angehörigen stehen fĂŒr die BewĂ€ltigung besonders traumatisierender Erfahrungen Methoden fĂŒr die Helfer zur VerfĂŒgung, die Critical Incident Stress Management (CISM) oder Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen (SbE) genannt werden.
Fachgesellschaften und Richtlinien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fachgesellschaften wie die American Heart Association (AHA), das European Resuscitation Council (ERC) sowie das International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) veröffentlichen regelmĂ€Ăig â alle fĂŒnf Jahre â gemeinsame Leitlinien zur DurchfĂŒhrung der Reanimation, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen fuĂen. Aktuell sind die Richtlinien von 2025[5], die von den an der Patientenversorgung beteiligten Institutionen und Organisationen im Rahmen ihrer Möglichkeiten und ĂŒbernommen und umgesetzt werden.
In Deutschland haben sich die in der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH) vertretenen Hilfsorganisationen und der âDeutsche Beirat fĂŒr Erste Hilfe und Wiederbelebung bei der BundesĂ€rztekammerâ im Jahr 2002 auf einen nationalen Konsens geeinigt, der auf der vorhergehenden Version der Reanimationsrichtlinien von 2000 basierte. Im MĂ€rz 2006 veröffentlichte die BundesĂ€rztekammer Eckpunkte fĂŒr eine Aktualisierung, die auf den ERC-Richtlinien von 2005 basierten.[47] Im Rahmen dieser Arbeitsgruppen erfolgt die regelmĂ€Ăige Ăberarbeitung, anhand der aktuellsten ERC-Leitlinien. In Ăsterreich und der Schweiz haben sich die Ă€rztlichen Organisationen und die Organisationen, die den Rettungsdienst und die Breitenausbildung in Erster Hilfe durchfĂŒhren, darauf verstĂ€ndigt, die ERC-Richtlinien anzuwenden.
Um einen wissenschaftlichen Vergleich von Reanimationen weltweit zu ermöglichen, schufen die fĂŒhrenden VerbĂ€nde Mitte der 1990er Jahre mit Festlegung des Utstein-Style-Protokolls einen einheitlichen Datensatz.[48] Zahlreiche Veröffentlichungen zu ReanimationsablĂ€ufen orientieren sich daran. In Deutschland baut die Deutsche Gesellschaft fĂŒr AnĂ€sthesiologie und Intensivmedizin (DGAI) seit 2003 ein bundesweites Reanimationsregister auf.
Seit 2012 fördern AnĂ€sthesisten in Deutschland, vertreten durch die DGAI, den Berufsverband Deutscher AnĂ€sthesisten e. V., den Deutschen Rat fĂŒr Wiederbelebung (GRC) und die Stiftung Deutsche AnĂ€sthesiologie, gestĂŒtzt vom Bundesministerium fĂŒr Gesundheit, mit ihrer Kampagne âEin Leben retten. 100 Pro Reanimationâ die Steigerung der Reanimationsrate durch Laien. Dabei soll das Selbstvertrauen der Menschen in ihre eigenen FĂ€higkeiten als Ersthelfer gestĂ€rkt werden und die Ersthelferquote nachhaltig und langfristig gesteigert werden. Aus verschiedenen GrĂŒnden greifen zu wenige Personen bei einem Notfall helfend ein: Sie wissen nicht, was zu tun ist, oder wenden Gelerntes nicht an â meist aus Scheu, etwas falsch zu machen. Die Daten des Deutschen Reanimationsregisters zeigen, dass 2012 in Deutschland die Bereitschaft zur Reanimation durch medizinische Laien bei 19,8 Prozent lag. Dies ist ein im Vergleich zu anderen europĂ€ischen LĂ€ndern geringer Wert, wo die Erste-Hilfe-Bereitschaft (Ersthelferquote) deutlich höher liegt. Zum Beispiel weisen die Niederlande eine Quote von 70 Prozent auf, gefolgt von Schweden (68 %), Norwegen (63 %) und Tschechien (55 %). Mit der Kampagne konnte eine deutliche Verbesserung der Erste-Hilfe-Bereitschaft erreicht werden. So stieg die Bereitschaft zur Reanimation im Folgejahr auf fast 28 Prozent.[49] Im Jahr 2019 lag die Laien-Reanimationsquote in Deutschland bei 42 %.[50]
Lehre in der Reanimation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Lehre in der Reanimation ist wissenschaftlich untersucht und ein zentraler Baustein, um das Ăberleben von Patienten zu verbessern. Sie hat ein eigenes Kapitel in der ERC-Leitlinie zur kardiopulmonalen Reanimation.[51] Es existieren evidenzbasierte Anleitungen fĂŒr BĂŒrger und FachkrĂ€fte im Gesundheitswesen, um das Lehren und Erlernen von Wissen, FĂ€higkeiten und Einstellungen zur Reanimation zu fördern. Zielgruppe der ERC-Leitlinie sind auch staatliche und politische Institutionen im Gesundheitswesen und im Bildungsbereich. Dabei wird sich auf die zweite wichtige Komponente der Utstein-Ăberlebensformel, nĂ€mlich die âEffizienz der Lehreâ konzentriert.[51] Die Bildungsmethoden sind die entscheidende BrĂŒcke zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und ihrer praktischen Anwendung.[51] Die QualitĂ€t von Lehrinitiativen im Bereich der Reanimation kann durch die Anwendung pĂ€dagogischer Theorien verbessert werden.[51]
Die fĂŒnf Kernaussagen der ERC-Leitlinie zur Lehre umfassen:
- Der ERC bietet CPR-Unterricht an, um allen BĂŒrgern die grundlegenden Fertigkeiten zu vermitteln, ein Leben retten zu können
- Die erforderlichen ReanimationsmaĂnahmen sind leicht zu erlernen und leicht zu vermitteln
- Verbesserungen des Basic-Lifesupport-Unterrichts
- Medizinisches Fachpersonal soll an Kursen zu erweiterten lebensrettenden MaĂnahmen teilnehmen und seine Zertifikate erhalten
- Faculty Development â Entwicklung der Lehrenden
- (ERC-Leitlinie 2021)[51]
Geschichte der Wiederbelebung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Altertum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schon seit Jahrtausenden wird versucht, Menschen, die keine klaren Lebenszeichen mehr zeigen, wieder ins Leben zurĂŒckzurufen. Dabei gab es verschiedene Versuche, bewusstlose Personen durch laute Ansprache, BerĂŒhrung, Atemspende und Thoraxkompression zu reanimieren.
Der Ursprung der Atemspende ist nicht bekannt, man weiĂ nur, dass die Methode sehr alt ist. Möglicherweise hatten die Ăgypter schon vor etwa 5000 Jahren erste Kenntnisse von Beatmungstechniken, worauf Funde hindeuten.[52] Im 2. Buch der Könige im Alten Testament (etwa 700 v. Chr.) heiĂt es:
âAls Elischa in das Haus kam, lag das Kind tot auf seinem Bett. Er ging in das Gemach, schloss die TĂŒr hinter sich und dem Kind und betete zum Herrn. Dann trat er an das Bett und warf sich ĂŒber das Kind; er legte seinen Mund auf dessen Mund, seine Augen auf dessen Augen, seine HĂ€nde auf dessen HĂ€nde. Als er sich so ĂŒber das Kind hinstreckte, kam WĂ€rme in dessen Leib.â[53]
Weitere Bibelwunder[54] lassen ebenfalls an eine Wiederbelebung denken.[55]
Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lange Zeit bestimmte die Lehre des Galen von Pergamon aus der Zeit der SpĂ€tantike die Vorstellungen von den VorgĂ€ngen im menschlichen Körper. Erst im 17. Jahrhundert wurde Galens Lehre von William Harveys Entdeckung des Blutkreislaufes abgelöst. Dieser beschrieb zum ersten Mal schlĂŒssig und zusammenhĂ€ngend den Blutkreislauf und die Aufgabe des Herzens als Druckpumpe. Zuvor hatte bereits Andreas Vesal Galens Fehler aus der Tieranatomie verbessert.[56] Vesal gelang zudem im Tierversuch, durch Beatmung eines Tieres mit Herzstillstand ĂŒber ein in die Luftröhre eingebrachtes Schilfrohr, eine Wiederbelebung. Bei der Londoner Royal Society demonstrierte der Universalgelehrte Robert Hooke 1667 die Beatmung anhand des ĂŒber eine Thorakotomie geöffneten Brustkorbs eines Hundes und die dabei sichtbare BelĂŒftung der Lunge. Ăhnlich wie Vesal konnte er zeigen, dass das Herz ohne Beatmung zum Stillstand kommt, bei kontinuierlicher Luftinsufflation es aber zum Wiedereinsetzen der Herzkontraktionen kommt.[57] An einem Bergmann fĂŒhrte 1744 der Chirurg Tossach erstmals eine erfolgreiche Mund-zu-Mund-Beatmung durch. Eine Beschreibung der Mund-zu-Mund-Beatmung veröffentlichte kurz darauf auch der französische Anatom und königliche Leibarzt Antoine Portal (1742â1832).[58] Auch der Mediziner John Hunter konnte 1755 zeigen, dass ein aufgrund Asphyxie stillstehendes Herz durch Beatmung âwiederbelebbarâ ist, und leitete aus den Ergebnissen seiner Experimente in seiner Schrift Proposals for the Recovery of People apparently Drowned Richtlinien fĂŒr die Wiederbelebung von Ertrunkenen ab (Auch kannte Hunter bereits die Vorteile des Einsatzes des erst kurz zuvor entdeckten Sauerstoffs bei der Beatmung). Als J. M. Schosulan der Ăltere 1786[59] versuchte, Reanimationsmethoden auch Laienhelfern[60] zu vermitteln, war die Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung bereits gut bekannt, ebenso die Vorteile eines Luftröhrenschnitts als Bestandteil von WiederbelebungsmaĂnahmen bei Verlegung der oberen Atemwege.[61] Man hatte somit die Bedeutung der Beatmung fĂŒr die Wiederbelebung âScheintoterâ erkannt, neue Erkenntnisse wurden jedoch nicht konsequent in der Wiederbelebung umgesetzt.
Es gab aus heutiger Sicht auch kuriose Empfehlungen zur Wiederbelebung, beispielsweise die Empfehlung, warme Luft mit einem Blasebalg oder einer Klistierspritze in die GedĂ€rme zu blasen, oder das Einblasen von Tabakrauch (Fumigation) in den Darm. Der spĂ€tere GroĂherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, Carl August, erlieĂ 1776 die folgende Anweisung zur Wiederbelebung:
âHierauf muss man Luft in den Mund blasen, entweder mittels eines Blasebalgs oder, welches besser, auf die Weise, dass ein Mensch, der eine gesunde Lunge hat, seinen Mund auf den Mund des Ertrunkenen einbringt und dazu sich eines abgebrochenen Pfeifenstils oder einer anderen Röhre bedient, bei diesem sowohl des Odems, als auch Tabakrauch aber muss ein anderer mit der einen Hand die Nase des Ertrunkenen zuhalten und mit der anderen ĂŒber die Brust hin und her streichen und vornehmlich von der Herzgrube nach der Brust reiben und rĂŒcken.â[62]
Ăhnliches wurde 1791 zur Behandlung Ertrunkener geraten: Es wurde von Heinrich F. Paulizky empfohlen: âohne Zeitverlust entweder durch die Nasenlöcher, oder durch den Mund Luft in die Lungen zu blasen. Sobald es möglich ist, und gleich nachdem man einige Versuche gemacht hat, die Luft einzublasen, muĂ man dem Ertrunkenen Tabakrauchklystiere beybringen.â[63] Im Jahr 1895 veröffentlichte Oscar Langendorff als eines seiner Ergebnisse aus physiologischen Experimenten, dass ein stillstehendes Herz nur wieder zum Schlagen zu bringen ist, wenn vor der Wiederbelebung der Herzmuskel oxygeniert (ausreichend mit Sauerstoff versorgt) worden ist. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde, unter anderem von Hans Winterstein, experimentell bestĂ€tigt, dass fĂŒr die Wiederbelebung des Gesamtorganismus nur eine kurze Frist zur VerfĂŒgung steht.[64]
Im 19. Jahrhundert wurde auch eine Vielzahl verschiedener manueller Verfahren der Atemspende durch direkte oder indirekte Thoraxkompression ausprobiert und beschrieben, wie etwa eine Methode nach Marshall Hall[65] oder die nach Silvester, bei der die Beatmung durch passive Armbewegungen des Patienten praktiziert werden soll.[66]
Auch zur Frage der Herzdruckmassage gab es verschiedene AnsĂ€tze. Moritz Schiff hatte erstmals im Tierexperiment direkte Herzmassagen am durch Thorakotomie freigelegten Herzen durchgefĂŒhrt, wĂ€hrend die Lungen automatisch belĂŒftet wurden, und erreichte damit eine circulation artĂ©ficielle. Im Jahr 1874 berichtete Schiff darĂŒber der Medizinisch-Physikalischen Gesellschaft und im selben Jahr publizierte dies T. G. Hake. 1888 fĂŒhrte der Chirurg Niehaus in Bern bei einem 40-jĂ€hrigen Mann mit âChloroformsynkopeâ, nach Rippenresektion und Freilegung des Herzens eine manuelle Herzmassage durch. Das dem Kreislaufstillstand zugrundeliegende Kammerflimmern konnte damit allerdings nicht behoben werden. Publiziert wurde diese erste direkte Herzmassage beim Menschen 1903.[67] Der französische Herzchirurg ThĂ©odore Tuffier (1857â1929) hatte erstmals erfolgreich eine (interne, d. h. nach Thorakotomie am offenen Brustkorb durchgefĂŒhrte) direkte Herzmassage an einem Menschen versucht,[68] worĂŒber Tuffier und Hallion 1898 berichteten. Eine offene Herzmassage wird heute nur noch selten angewandt (etwa bei Herzstillstand im Operationssaal bei offenem Brustkorb bzw. nach Thorakotomie oder bei einem Thoraxtrauma mit offenen Verletzungen). Bei Bauchoperationen wurde auch die erstmals 1903 von M. Bourcart anhand von Tierversuchen vorgestellte, aber schon zuvor, wie Ernest Starling 1902 berichtete, von dem Chirurgen Lane an einem Menschen erfolgreich angewendete subdiaphragmale Herzmassage ĂŒber das geschlossene Zwerchfell angewandt. Ăber das eröffnete Zwerchfell wurde der von Mauclaire 1902 vorgeschlagene transdiaphragmatische (mit dem Daumen geschaffene) Zugang zum Herzen erprobt, der am 5. Dezember 1901 bereits von P. Poirier bei einer transdiaphragmatischen Herzmassage durchgefĂŒhrt worden war. Im Gegensatz zum subdiaphragmatischen Vorgehen erfolgten fĂŒr das transdiaphragmatische keine Erfolgsmeldungen. Der chirurgische Assistenzarzt Friedrich Maass hatte 1892 festgestellt, dass rasch aufeinanderfolgende rhythmische Kompressionen der unteren Thoraxapertur mit 120 Kompressionen pro Minute effektiver sind als niedrigere Frequenzen. Dieses auch von Maass Lehrer Franz Koenig verteidigte Verfahren der Ă€uĂeren Herzmassage fand jedoch erst fast 70 Jahre spĂ€ter allgemeine Akzeptanz.[69] Im Jahr 1904 erschien das Buch Die Frau als HausĂ€rztin von Anna Fischer-DĂŒckelmann, in dem eine Anleitung zu einer externen Herzmassage zu finden ist:
âIndirekte Herzmassage: Das Zwerchfell wird beeinflusst, ebenso das Herz, wenn man mit beiden HandflĂ€chen die Eingeweide in die Höhe schiebt und nach links aufwĂ€rts drĂŒckt, dann plötzlich loslĂ€sst. â Dadurch wird das Herz hinauf und hinunter geschoben, durch die Erhebung des Zwerchfelles aber die Brusthöhle zuerst verengt, und, wenn es plötzlich wieder herabsinkt, erweitert. Ist noch ein Funken Leben vorhanden, so sind solche Anregungen wohl imstande, Atmung und Herzschlag wieder in Gang zu bringen. Bei verunglĂŒckten Kindern können Frauen diese âerste Hilfe bei UnglĂŒcksfĂ€llenâ wohl zur Anwendung bringen.â[70]
In neuerer Zeit wurde die externe Herzmassage insbesondere 1960 von Kouwenhoven, James Jude und G. Guy Knickerbocker (in Kombination mit der von Peter Safar in den 1950er Jahren propagierten Mund-zu-Mund-Beatmung) empfohlen.[71]
Entwicklung der modernen Reanimation im 20. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sowjetische Mediziner experimentierten Ende der 1930er Jahre mit Wiederbelebungstechniken an Hunden allein durch Blutzufuhr. Ein 1940 in New York gezeigter Werbefilm der sowjetischen Filmagentur, Experiments in the revival of organisms, demonstriert u. a. neurologische Reaktionen eines abgeschnittenen, aber mit Blut versorgten HundeschÀdels sowie die vermeintliche Wiederbelebung eines Hundes nach 10 Minuten Herzstillstand durch eine externe Blutversorgungsmaschine.[72]
Seit den 1950er Jahren wird die kardiopulmonale Reanimation auf einer modernen wissenschaftlichen Grundlage praktiziert.[9] Anfang der 1960er Jahre fĂŒhrten verschiedene Forschungsergebnisse zur Entwicklung der im Prinzip bis heute gĂŒltigen Reanimationstechnik. 1957 gelang es Greene nachzuweisen, dass mit der Ausatemluft des Helfers ein ausreichender Gasaustausch erzielt werden konnte und dass die Mund-zu-Mund-Beatmung den vorher benutzten Beatmungsverfahren ĂŒberlegen ist.[73] 1960 erkannte William B. Kouwenhoven die EffektivitĂ€t der Ă€uĂeren Herzdruckmassage, die zuvor nur als Verfahren bei eröffnetem Brustkorb eingesetzt worden war,[74] und fĂŒhrte damit die externe Herzmassage allgemein ein. Er, J. R. Jude und G. Knickerbocker berichteten 1961 ĂŒber 33 nachhaltige Erfolge beim Einsatz dieser Methode zur Wiederbelebung nach Herzinfarkten.[75][76]
Ein weiterer entscheidender Schritt erfolgte durch Peter Safar. Der amerikanische AnĂ€sthesist und gebĂŒrtige Wiener hatte die geringen Erfolge der bisherigen Methoden erkannt und konnte zeigen, dass eine Kombination aus Herzdruckmassage und Beatmung höhere Erfolgsraten aufweist. Dazu erprobte er die Wirksamkeit seiner kardiopulmonalen Reanimation an freiwilligen Kollegen aus seinem Forschungsteam.[77] Aufgrund dieser Forschungsergebnisse, die die Grundlage der modernen Wiederbelebungstechniken bilden, wird Safar oft auch als âVater der kardiopulmonalen Reanimationâ bezeichnet.
Parallel hierzu war in den 1950er Jahren durch den Ingenieur Hesse und den Arzt Ruben der Beatmungsbeutel erfunden worden.[78] Um die Handhabung des Beutels ĂŒben zu können, entwickelten die beiden Erfinder eine Puppe, die damit beatmet werden konnte. Das erste TrainingsgerĂ€t wurde dann 1958 an das dĂ€nische Rote Kreuz verkauft (Ambu-Phantom). Im Jahre 1960 wurde das GerĂ€t dann um die Funktion der Thoraxkompression und der Mund-zu-Mund-Beatmung ergĂ€nzt, so dass das weltweit erste âĂbungs-Phantomâ entstanden war. Bei einer Reise nach Norwegen lernte Safar den Spielzeugfabrikanten Asmund Laerdal kennen. Gemeinsam entwickelten Safar und Laerdal die so genannte Resusci-Anne. Mit dieser einfachen Puppe wurde es möglich, auch Laien in der Herz-Lungen-Wiederbelebung auszubilden.
Die ersten Versuche mit einer Elektroschockbehandlung bei Herzrhythmusstörungen wurden schon in den 1940er Jahren unternommen, anfangs mit Wechselstrom.[79] Anfang der 1960er Jahre ist von dem US-amerikanischen Kardiologen Bernard Lown die Defibrillation und elektrische Kardioversion durch Gleichstrom entwickelt worden.[80] Eine solche Methode war aufgrund des Kalten Krieges unabhĂ€ngig davon schon 1946 in der Sowjetunion beschrieben worden.[81] Die Weiterentwicklung der Defibrillatoren fĂŒhrte in den 1990er Jahren schlieĂlich zu GerĂ€ten, die auch zur Anwendung durch den Ersthelfer geeignet sind.
Basis fĂŒr Ende des 20. Jahrhunderts etablierte Reanimationsmethoden waren Empfehlungen der American Heart Association und des European Resuscitation Council, fĂŒr Deutschland auch die Richtlinien des Wiederbelebungsbeirats der BundesĂ€rztekammer zur DurchfĂŒhrung der Reanimation.[82]
Versuche zur die Thoraxkompressionen ergÀnzenden abdominalen Kompression haben keine Anwendung in der Praxis erlangt.[83]
Im Jahr 2012 wurde erstmals eine mobile Herz-Lungen-Maschine zur Wiederbelebung verwendet.[84]
Aktuelle Entwicklungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den letzten Jahren zeichnet sich ein zunehmender Stellenwert der Herzdruckmassage gegenĂŒber der Beatmung ab. So wurde etwa das VerhĂ€ltnis von Herzdruckmassage zu Beatmung von 15:2 auf 30:2 geĂ€ndert, um die Phase der durchgehenden Druckmassage zu verlĂ€ngern.
Es wurden Reanimationskonzepte entwickelt, bei denen dieses VerhĂ€ltnis noch weiter gedehnt wird (etwa 100:5)[85] und solche mit kontinuierlicher Herzdruckmassage bei völligem Verzicht auf die Atemspende, Continuous-Chest-Compression-(CCC)-Resuscitation genannt.[86] Diese erhöhten in einzelnen Studien die Ăberlebensrate beim beobachteten Kreislaufstillstand mit kardialer Ursache beim Erwachsenen (SOS-KANTO Study Group).[87]
Der European Resuscitation Council sieht die Datengrundlage fĂŒr eine ausschlieĂliche Herzdruckmassage nicht als ausreichend fĂŒr eine generelle Empfehlung einer solchen Vorgehensweise als Standardbehandlung an.[88][20] Allerdings erwies sich eine ausschlieĂliche Herzdruckmassage ohne Beatmung besser, als gar keine MaĂnahmen zu ergreifen.[89][90] Daher wird in den aktuellen Leitlinien empfohlen, dass Laienhelfer zumindest eine Herzdruckmassage durchfĂŒhren sollten, wenn sie sich nicht in der Lage sehen, eine Beatmung durchzufĂŒhren.
Ein PrÀkordialer Faustschlag wird explizit nicht mehr empfohlen.[13.10]
Automatische ReanimationsgerĂ€te fĂŒr die Herzdruckmassage kommen zunehmend prĂ€- und innerklinisch im Rahmen der professionellen Versorgung (Advanced Life Support) zum Einsatz. Studien zufolge fĂŒhren diese nicht zu einer höheren Ăberlebensrate bis zur Krankenhausaufnahme und haben auch keinen Einfluss auf das LangzeitĂŒberleben oder den neurologischen Zustand. Der ERC empfiehlt die Anwendung lediglich in Situationen, in denen die DurchfĂŒhrung manueller hochqualitativer Herzdruckmassage nicht möglich ist.[13.11] Die AHA- und ERC-Leitlinien ziehen die Anwendung solcher GerĂ€te insbesondere bei Transporten und bei der Reanimation im Herzkatheterlabor in Betracht. Die Inbetriebnahme des mCPR-GerĂ€ts darf die Thoraxkompressionen nicht signifikant unterbrechen, daher wird die Anwendung lediglich in sehr gut trainierten und mit dem GerĂ€t vertrauten Teams empfohlen.[13.11] Sollte es zu einem ROSC kommen, erfolgt in Kombination mit dem Abtransport ggf. eine prophylaktische Anlage des GerĂ€ts, fĂŒr den Fall einer erneuten Reanimationspflichtigkeit.
In Deutschland werden derzeit (Stand 2019) auĂerhalb des Krankenhauses etwa 52.000 Reanimationen pro Jahr durchgefĂŒhrt, wovon etwa 45 Prozent primĂ€r erfolgreich sind.[91]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Leitlinien der European Resuscitation Council (ERC)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die aktuellsten Leitlinien des ERC[5] wurden 2025 veröffentlicht und lösen diese aus 2021 ab.
- Gavin D. Perkins, u. a.: Erweiterte lebensrettende MaĂnahmen fĂŒr Erwachsene. In: Notfall & Rettungsmedizin. Band 24, Nr. 4, 8. Juni 2021, S. 406â446, doi:10.1007/s10049-021-00893-x.
- Patrick Van de Voorde, Nigel Turner, u. a.: Lebensrettende MaĂnahmen bei Kindern (Paediatric Life Support, PLS). In: Notfall & Rettungsmedizin. Band 24, Nr. 4, 2. Juni 2021, S. 650â719, doi:10.1007/s10049-021-00887-9.
- Jerry P. Nolan, Claudio Sandroni, u. a.: Postreanimationsbehandlung. In: Notfall & Rettungsmedizin. Band 24, Nr. 4, 1. Juni 2021, S. 524â576, doi:10.1007/s10049-021-00892-y.
- John Madar, Charles Christoph Roehr, u. a.: Versorgung und Reanimation des Neugeborenen nach der Geburt. In: Notfall & Rettungsmedizin. Band 24, Nr. 4, 1. Juni 2021, S. 603â649, doi:10.1007/s10049-021-00894-w.
- Carsten Lott, Anatolij TruhlĂĄĆ, u. a.: Kreislaufstillstand unter besonderen UmstĂ€nden. In: Notfall & Rettungsmedizin. Band 24, Nr. 4, 10. Juni 2021, S. 447â523, doi:10.1007/s10049-021-00891-z.
- Robert Greif, Andrew Lockey, u. a.: Lehre in der Reanimation. In: Notfall & Rettungsmedizin. Band 24, Nr. 4, 1. Juni 2021, S. 750â772, doi:10.1007/s10049-021-00890-0.
- Spyros D. Mentzelopoulos, Keith Couper, u. a.: Ethik der Reanimation und Entscheidungen am Lebensende. In: Notfall & Rettungsmedizin. Band 24, Nr. 4, 2. Juni 2021, S. 720â749, doi:10.1007/s10049-021-00888-8.
Internationale Leitlinien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Myra H. Wyckoff, Robert Greif, u. a.: 2022 International Consensus on Cardiopulmonary Resuscitation and Emergency Cardiovascular Care Science With Treatment Recommendations: Summary From the Basic Life Support; Advanced Life Support; Pediatric Life Support; Neonatal Life Support; Education, Implementation, and Teams; and First Aid Task Forces. In: Resuscitation. Band 181, 29. Oktober 2022, S. 208â288, doi:10.1016/j.resuscitation.2022.10.005 (englisch).
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heinrich LâAllemand: Wiederbelebung. In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): Chirurgie historisch gesehen. Anfang â Entwicklung â Differenzierung. Dustri-Verlag, Deisenhofen bei MĂŒnchen 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 217â228.
Historische Literatur (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Christian August Struve: Versuch ĂŒber die Kunst Scheintodte zu beleben und ĂŒber die Rettung in schnellen Todesgefahren, ein tabellarisches Taschenbuch. Hannover 1797.
- C. J. Flachsland: Ăber die Behandlung der Scheintoten. Karlsruhe 1806.
- G. Reimer: Anweisung zur zweckmĂ€Ăigen Behandlung und Rettung der Scheintodten oder durch plötzliche ZufĂ€lle verunglĂŒckter Personen. Herausgegeben auf Veranlassung des königlichen Ministerii der geistlichen Unterrichts und Medizinal Angelegenheiten. Berlin 1820.
- Josef Bernt: Vorlesungen ĂŒber die Rettungsmittel beim Scheintod und in plötzlichen Lebensgefahren. Wien 1837.
- Friedrich von Esmarch: Die erste HĂŒlfe bei plötzlichen UnglĂŒcksfĂ€llen. Ein Leitfaden fĂŒr Samariter-Schulen in fĂŒnf VortrĂ€gen. Leipzig 1882; spĂ€ter unter dem Titel Die erste Hilfe bei plötzlichen UnglĂŒcksfĂ€llen. Ein Leitfaden fĂŒr Samariter-Schulen in sechs VortrĂ€gen. ebenda 1912, S. 69â82.
- Ernst Engelhorn: Das Samariterbuch. Ein Leitfaden fĂŒr die erste Hilfe bei UnglĂŒcksfĂ€llen und die Krankenpflege im Hause, insbesondere auch zum Gebrauche fĂŒr Damenkurse. Ferdinand Enke, Stuttgart 1909, S. 71â82 und 97.
- H. E. Stephenson: Cardiac Arrest and Resuscitation. St. Louis 1958.
- N. G. Bircher, Peter Safar: Open chest CPR is better for the brain than standard or new external CPR. In: Anesthesiology. Band 55, 1981, S. 104 ff.
- L. Tonczar: Kardiopulmonale Wiederbelebung (= AnÀsthesiologie und Intensivmedizin. Band 147). Springer, Berlin / Heidelberg / New York 1982.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bundesweites Reanimationsregister der Deutschen Gesellschaft fĂŒr AnĂ€sthesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI)
- Reanimationsleitlinien des Deutschen Rates fĂŒr Wiederbelebung
- European Resuscitation Council (ERC). erc.edu
- Current ERC Guidelines. cprguidelines.eu (englisch).
- Austrian Resuscitation Council Website mit kompletten Guidelines (deutsch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 ERC Guidelines 2025 - Adult Basic Life Support (BLS). ERC - European Resuscitation Council, 22. Oktober 2025, abgerufen am 16. MĂ€rz 2026.
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- â ERC Guidelines 2025 - System Saving Lives. ERC - European Resuscitation Council, 22. Oktober 2025, abgerufen am 16. MĂ€rz 2026 (englisch).
- â Page 19 & 20
- â ERC Guidelines 2025 - Epidemiology in Resuscitation. ERC - European Resuscitation Council, 22. Oktober 2025, abgerufen am 16. MĂ€rz 2026 (englisch).
- 1 2 3 Guidelines 2025. Abgerufen am 12. MĂ€rz 2026 (englisch).
- 1 2 J. P. Pell, J. M. Sirel, A. K. Marsden u. a.: Presentation, management, and outcome of out of hospital cardiopulmonary arrest: comparison by underlying aetiology. In: Heart, 89, 2003, S. 839â842. PMID 12860852
- 1 2 R. W. Koster u. a.: European Resuscitation Council Guidelines for Resuscitation 2010 Section 2. Adult basic life support and use of automated external defibrillators. In: Resuscitation. Band 81, Nr. 10, Oktober 2010, S. 1277â1292. PMID 20956051
- â C. D. Deakin, J. P. Nolan, K. Sunde, R. W. Koster: European Resuscitation Council Guidelines for Resuscitation 2010 Section 3. Electrical therapies: Automated external defibrillators, defibrillation, cardioversion and pacing. In: Resuscitation. Band 81, Nr. 10, Oktober 2010, S. 1293â1304. PMID 20956050
- 1 2 Walied Abdulla: InterdisziplinĂ€re Intensivmedizin. Urban & Fischer, MĂŒnchen u. a. 1999, ISBN 3-437-41410-0, S. 5.
- 1 2 ERC Guidelines 2025 - First Aid. ERC - European Resuscitation Council, 22. Oktober 2025, abgerufen am 16. MĂ€rz 2026 (englisch).
- â Harald GenzwĂŒrker, Jochen Hinkelbein: Fallbuch AnĂ€sthesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin. Georg Thieme, Stuttgart / New York 2005, ISBN 3-13-139311-4, S. 202.
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- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 ERC Guidelines 2025 - Adult Advanced Life Support (ALS). ERC - European Resuscitation Council, 22. Oktober 2025, abgerufen am 16. MĂ€rz 2026 (englisch).
- â Heinrich LâAllemand: Wiederbelebung. 1973, S. 219â221.
- â Albert Hoffa: Technik der Massage. Enke Verlag, Stuttgart 1893; 5., verbesserte Auflage ebenda 1907, S. 75 (Oertels Herzmassage).
- â Vgl. etwa M. L. Weisfeldt, N. Chandra, J. Tsitlik: Increased intrathoracic pressure â not direct heart compression â causes the rise in intrathoracic vascular pressures during CPR in dogs and pigs. In: Criticial Care Medicine. 9, 1981, S. 377 ff.
- â Peter Sefrin, Manfred Albert: Herzdruckmassage mit dem FuĂ? In: Notfallmedizin. 6, 1980, S. 883â890.
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- â Vgl. auch J. P. Beckmann: Zur Frage der ethischen Legitimation von Handeln und Unterlassen angesichts des Todes. In: M. Mohr, D. Kettler (Hrsg.): Ethik in der Notfallmedizin. PrĂ€klinische Herz-Lungen-Wiederbelebung. Springer, Berlin 1998, S. 57â67.
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- â J. N. Schosulan: Anleitung, alle Arten des Scheintodes auf die faĂlichste und sicherste Art zu erkennen, die UnglĂŒcklichen wiederzubeleben, besonders fĂŒr NichtĂ€rzte. Wien 1803.
- â Heinrich LâAllemand: Wiederbelebung. 1973, S. 218.
- â Geschichte der modernen Notfallmedizin, ADAC.
- â Vgl. Peter Sefrin: Notfall-Medizin heute. In: Fortschritte der Medizin. Band 100, Nr. 27â28, Juli 1982, S. 1273â1275, hier: S. 1272.
- â Heinrich LâAllemand: Wiederbelebung. 1973, S. 218 f.
- â Otto Prokop: Scheintod zwischen Glauben und Wirklichkeit. In: Tankred Koch: Lebendig begraben. Geschichte und Geschichten vom Scheintod. Edition Leipzig, 1990, ISBN 3-361-00299-0; Neudruck (Lizenzausgabe mit dem Titel Scheintod. Lebendig begraben) Tosa Verlag, Wien 2002, S. 10â30, hier: S. 10â11.
- â H. R. Silvester: A new method of resuscitating still-born children and of restoring persons apparently drowned or dead. In: BMJ. 2, 1858, S. 576â579.
- â Heinrich LâAllemand: Wiederbelebung. 1973, S. 219.
- â Barbara I. Tshisuaka: Tuffier, ThĂ©odore. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1424.
- â Heinrich LâAllemand: Wiederbelebung. 1973, S. 220â221.
- â Anna Fischer-DĂŒckelmann: Die Frau als HausĂ€rztin â ein Ă€rztliches Nachschlagebuch. SĂŒddeutsches Verlags-Institut, MĂŒnchen 1922 (Vorwort von 1901).
- â Otto Mayrhofer: Gedanken zum 150. Geburtstag der AnĂ€sthesie. In: Der Anaesthesist. Band 45, 1996, S. 881â883, hier: S. 883.
- â Hundereanimationsfilm der Sowjetunion, 1940; archive.org.
- â D. G. Greene, R. O. Bauer, C. D. Janney, J. O. Elam: Expired air resuscitation in paralyzed human subjects. In: J Appl Physiol., 11, 1957, S. 313â318.
- â W. B. Kouwenhoven, J. R. Jude, G. G. Knickerbocker: Closed chest cardiac massage. In: JAMA, 173, 1960, S. 1064â1067.
- â J. R. Jude, W. B. Kouwenhoven und G. Knickerbocker in J. Amer. med. Ass. Band 178, 1961, S. 1063, und in Ann. Surg. Band 154, 1961, S. 311.
- â Heinrich LâAllemand: Wiederbelebung. 1973, S. 223.
- â P. Safar, T. C. Brown, W. J. Holtey, R. J. Wilder: Ventilation and circulation with closed-chest cardiac massage in man. In: JAMA. 176, 1961, S. 574â576. PMID 13745343.
- â Die Erfindung des Ambu-Beutels. ( des vom 28. Oktober 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., von Ambu
- â C. S. Beck, W. H. Pritchard, H. S. Fell: Ventricular fibrillation of long duration abolished by electric shock. In: JAMA. 135, 1947, S. 985â986.
- â B. Lown, R. Amarasingham, J. Neuman: New method for terminating cardiac arrhythmias. Use of synchronized capacitor discharge. In: JAMA. 182, 1962, S. 548â555. PMID 13931298.
- â N. L. Gurvich, S. G. Yuniev: Restoration of a regular rhythm in the mammalian fibrillating heart. In: Am Rev Sov Med. 3, 1946, S. 236.
- â Walied Abdulla: InterdisziplinĂ€re Intensivmedizin. Urban & Fischer, MĂŒnchen u. a. 1999, ISBN 3-437-41410-0, 5.
- â Karl H. Lindner, Wolfgang Dick, P. Lotz, E. Pfenninger: Abdominale Kompression und PEEP-Beatmung wĂ€hrend der kardiopulmonalen Reanimation. In: Der Anaesthesist. Band 33, Heft 1, Januar 1984, S. 20â30.
- â Dennis Ballwieser: Mobile Herz-Lungen-Maschine: Klinik to go. Spiegel Online, 23. November 2012.
- â M. Hassmann: Cardiopulmonale Reanimation mit einem Kompressions-Ventilations-VerhĂ€ltnis von 100:5 und 30:2: Einfluss auf den Gasaustausch im Tiermodell. (PDF; 12 MB)
- â G. A. Ewy: Cardiocerebral resuscitation: the new cardiopulmonary resuscitation. In: Circulation. 111(16), 26. Apr 2005, S. 2134â2142. PMID 15851620.
- â SOS-KANTO study group: Cardiopulmonary resuscitation by bystanders with chest compression only (SOS-KANTO): an observational study. In: The Lancet. 369(9565), 17. Mar 2007, S. 920â926. PMID 17368153
- â Stellungnahme ( vom 1. Juli 2007 im Internet Archive) des European Resuscitation Council (ERC) bezĂŒglich der âCompression-only CPR Studieâ
- â SOS-KANTO Study Group: Cardiopulmonary resuscitation by bystanders with chest compression only (SOS-KANTO): an observational study. In: Lancet. 369, 2007, S. 920â926.
- â T. Iwami, T. Kawamura, A. Hiraide u. a.: Effectiveness of bystander-initiated cardiac-only resuscitation for patients with out-of-hospital cardiac arrest. In: Circulation. 116, 2007, S. 2900â2907.
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